In Südafrika auf die Grenzüberquerung vorbereitet, machen wir uns auf in das Abenteuer Mozambique. Wie schon erwartet geht es an der Grenze hektisch zu. Angehalten an dieser rennen viele Afrikaner auf uns zu, wollen uns Versicherungen, SIM-Karten und US-Dollar andrehen. Da wir eine Extra-Third-Party-Insurance für das Auto brauchen (unsere interessiert die Grenzbeamte nicht) gehen wir mit zwei Mitarbeitern mit. Diese organisieren auch für uns das Visum. Ein bisschen mulmig ist uns schon dabei zumute, da wir ihnen unsere Pässe und Papiere geben. Aber nach einer Stunde Rumgewusel und skeptischem Beobachten, ob sie auch ja alles an die Schalter geben, bekommen wir die Zulassung für unser drittes Land: Mozambique!
Auf dem Weg nach Maputo fahren wir an vielen Polizeikontrollen vorbei. Jedoch werden wir nicht angehalten. Die Polizisten sind mehr an den übertrieben überladenen Autos und Bussen interessiert. Es scheint als würden die Afrikaner ihren ganzen Haushalt mitnehmen. Bis hin zu einigen Metern häuft sich ihr Krempel auf den Dächern der Fahrzeuge. Was sie da noch alles transportieren weiß man nicht…
Wir haben jedenfalls so viele Geschichten über die korrupte Polizei gehört, dass wir jedes Mal die Luft anhalten, wenn wir Polizeikontrollen sehen. Und konnten bis jetzt immer durchatmen. Auch wenn wir eigentlich nichts zu befürchten haben – folgen wir doch all den Regeln – man weiß ja nie… Wir haben schon viele Leute getroffen, die viel Geld bei der Polizei gelassen haben. Die Polizei scheint immer etwas zu finden. Wir sind zumindest darauf vorbereitet und haben alle Vorschriften genauestens überprüft und bestimmte Utensilien extra für Mozambique besorgt.
In Maputo angekommen trinken wir einen Kaffee in der ‚Mao Tse-Tung Road’ in einem kleinen portugiesischem Cafe. Überhaupt ist es ein witziger Misch hier. Manchmal fühlt man sich echt wie in Portugal, mit den Galaos und portugiesischem Gebäck, den vielen Straßencafes und natürlich auch der Sprache. Dann gibt es wieder Ecken, die so sehr afrikanisch sind.
Wir fahren etwas durch die Stadt, die ‚Lenin Road’ entlang und die ‚Karl-Marx-Road’ kreuzend, und treffen uns schließlich mit unserem Couchsurfer Emanuel. Dieser wohnt in einem eher schickeren Viertel, wo wohl Gebäude vom Ministerium stehen, worauf die vielen mit Kalaschnikows ausgestatteten Security-Leute hinweisen. Und inmitten diesen schönen Viertels dann plötzlich ein kleines Ghetto. Heruntergekommene Häuser mit kleinen Wohnungen. Dreckig und dunkel. Wir wohnen in einem der Hochhäuser, was noch in Ordnung ist. Die Wohnung ist sogar richtig schön und sauber. Sie befindet sich im 8. Stock und wir haben Glück, dass der Liftmann noch nicht Feierabend gemacht hat, als wir mit unserem vielen Gepäck ankommen. Der Lift geht nämlich nur dann, wenn der Liftmann arbeitet. Und das ist wohl nicht so häufig und auch nicht so regelmäßig…
Wir kommen in einem kleinen Zimmer bei Emanuel unter, der sehr nett und hilfsbereit ist am Anfang. Er macht uns Frühstück und führt uns herum. Durch ihn haben wir Ecken gesehen und Sachen gemacht, die wir allein nicht gesehen hätten. So fahren wir auch nachts mit verschiedensten öffentlichen ‚Verkehrsmitteln’ (Minibus und ein TukTuk-ähnliches Etwas), passieren kleine ‚Hütten’ von Locals, in denen die ganze Nacht alle möglichen Getränke verkauft werden und etwas Party ist und schauen in einer Bar mit vielen Locals das Portugal-Spanien-Spiel. Es herrscht eine super Stimmung. Fast besser als in Südafrika.
Doch am zweiten Tag geht Emanuel uns ziemlich auf die Nerven – ist er doch sehr anhänglich und anscheinend sehr einsam. Und als wir bemerken, dass er Couchsurfing nutzt, um nicht allein zu sein und neue Freunde zu finden, wollen wir in der letzten Nacht lieber in ein Hostel ziehen. Er will uns gar nicht gehen lassen und ist ganz traurig. Aber es geht echt nicht mehr. Er denkt, wir seien weitergereist…
So schlendern wir alleine weiter durch die Straßen Maputos, nun schon etwas vertraut mit der Stadt. Es herrscht nach wie vor eine angenehme Atmosphäre, ein wahres Gewusel auf und an den Straßen. Überall sitzen Leute in Cafes und trinken ihren Galao, sie unterhalten sich, oder sie sitzen an einem der Stände und verkaufen alles mögliche, was man sich nur erdenken kann. Es scheint, als würden Supermärkte nicht existieren. Man kauft so ziemlich alles auf den Straßen. Ob Sim-Karten, Obst, Süßis, Schuhe, Schmuck, etc.
Wir essen das heißersehnte frischeste und leckerste Seafood in lokalen Restaurants und lassen die Stadt und die Atmosphäre auf uns einwirken. Mir gefällt diese schmuddelige, aber doch irgendwie schöne Stadt. Und dann das Highlight: der Fisch Markt! Hier sucht man sich frischen Fisch, Calamari, Muscheln, Scampis usw. aus (kiloweise) und bringt es nebenan in eines der Restaurants. Diese bereiten dann das frische Seafood zu. Da wir es nicht wie geplant am letzten Abend zum Fisch Markt geschafft hatten, schlemmen wir dort am letzten Tag vormittags. Ein sehr großes und ausgiebiges Frühstück, das unschlagbar ist!


