Archiv für die Kategorie ‘Mozambique (Mosambik)’

Letzte Station in Mozambique: Chimoio

Juli 18, 2010

Der von den Buren versprochene Umsonst-Dophin-Schnorchel-Boot-Trip zur Paradise Island findet am Tag zwei in Inhassaro aufgrund des schlechten Wetters nicht statt. Vielleicht aber auch besser so, wäre es doch ein bisschen viel Bure auf einmal gewesen… So verlassen wir das kleine Inhassaro und machen uns auf den Weg landeinwärts, Richtung Zimbabwe, wo wir vor der Grenze im kleinen Chimoio schlafen wollen.

Die Landschaft verändert sich, je weiter wir landeinwärts kommen. Es wird hügeliger und eine ganz andere Vegetation tritt nach und nach zur Erscheinung. Auch die Dörfer, beziehungsweise Gebäude ändern sich. Sieht man an der Küste sehr viele Strohhäuser oder alte Steingebäude, sind hier fast nur noch neuere kleine Häuser aus Zement und Stein zu sehen. Nach wie vor sind viele Menschen an den Straßenseiten, transportieren wieder große Körbe von A nach B und verkaufen Früchte und Nüsse. Manchmal stehen sie sogar inmitten auf dem Highway, um besser gesehen zu werden. Wir halten an, um Nüsse zu kaufen – mitten auf dem Highway. Später wollen wir ein paar Bananen am Straßenrand kaufen (und Ananas! Endlich eine Alternative zu Mandarinen und Bananen…)  - Und enden mit einer Bananenplantage im Auto…

Chimoio liegt im etwas hügeligeren Landesinneren Mozambiques. Eine kleine aber feine Stadt mit Moscheen, Märkten, verschiedenen bunten Mauern und Gebäuden, zum Teil etwas heruntergekommen, aber sympathisch. Auch hier sieht man so gut wie keinen Touristen auf den Straßen. Nur im Hostel treffen wir auf ein paar Deutsche. ‚Die’ Anja, die das Hostel betreibt und die mit einem süddeutsch-extrem-freundlich-überschwänglichen Grinsen zu uns spricht und natürlich alles besser weiß und uns das ‚ganz freundlich’ mit einem im Gesicht angetackerten Dauer-Grinsen mitteilt. Sie erzählt sowieso ganz viel. Ihr Mann, der Frida, ist das Gegenteil. Total ruhig und sagt kein Wort. Zusammen sitzen sie auf der Veranda mit dem deutschen Paar Sabine und Reinmund, zwei ganz sympathische typische Deutsche. Schnell fliehen wir ins Stadtcenter, wo wir köstliches indisches Essen in einem kleinen Restaurant in einer Sporthalle bekommen und wo gerade ein Straßenfest stattfindet. Das ganze Dorf ist versammelt und lauscht afrikanischen Klängen der Live-Bands. Sie feiern den 41. Geburtstag Chimoios. Süß!

Der gemeine Bure

Juli 17, 2010

„The good thing about Bure is, that he is usually dumb!“ Ein Zitat von Bine an einem Abend in Mozambique. Wir sitzen in einer kleinen Beach-Bar, auf unserem Tisch häufen sich die Shooter-Gläser (Kurze). Wir kommen mit dem Trinken nicht hinterher. Wir heben die Gläser und lachen. Wir hatten zwar schon befürchtet, dass in diesem kleinen Ort an der Küste, der „beliebt bei Anglern ist“ (so der Lonely Planet) viele Buren (Afrikaaner) anzutreffen sind. Und wir haben inzwischen auch so einige Erfahrungen gemacht mit diversen Afrikaanern, die zumeist wirklich alle Klischees erfüllen. Aber dennoch oder vielleicht deshalb müssen wir uns kaputt lachen.

„Achtung, Bure in Anmarsch!“ – ein warnender Ruf. Wir stoppen unser amüsantes Gespräch über die ‚Bauern’ und unterhalten uns kurz mit den im Abstand von 5 Minuten einzeln nacheinander anmaschierenden Afrikaanern. Im schnelleren Takt kommen die Shooter an unseren Tisch. Wir wetten nur noch um Minuten; wie lange braucht wohl der nächste Shooter oder der nächste Bure (und wie lange wir brauchen, diesen abzuwimmeln…)?

Irgendwie hatten wir schon geahnt, dass die Bar voll sein wird mit Buren und dass wir diese verlassen werden, ohne auch nur ein Getränk zu bezahlen. Nicht einmal das Wasser oder den uns angebotenen Wein zum Essen, den wir sonst aus Kostengründen gar nicht erst gekauft hätten (aber gerne wollten) müssen wir bezahlen.  Der Bure übernimmt das! Auch wenn wir uns die meiste Zeit über ihn lustig machen – er versteht das nicht…

Wie in den meisten Fällen bedienen auch diese Afrikaaner ihre Klischees aufs genaueste.
Bine, die schon einmal ein Jahr in einem Bure-Ort bei Kapstadt gelebt hat, erzählt uns die „Regeln“ des Lebens eines Bure. Dabei kommt eine folgende Zusammenfassung des Stereotypes Bure heraus:

Der gemeine Bure (übersetzt ‚Bauer’ ; auch Afrikaaner) trinkt immer und überall Brandy-Coke (und ab und an mal nen Bierchen). Für die Buren bedeutet ein dickes Auto alles. Sie sprechen zu allem und jedem auf Afrikaans – ihre eigene Sprache! – auch wenn sie genau wissen, dass der Gegenüber nichts verstehen kann. Aber die Buren sprechen nun mal nicht so gut Englisch. Da fehlt die Praxis…
Die Buren sind oft sehr unfreundlich bis rassistisch zu ihren dunkelhäutigen Mitbürgern (weil die Buren sind ja die wahren Afrikaaner und viel mehr wert! Sie sind ja nicht rassistisch, ABER….). Gleichzeitig sind sie umso freundlicher zu kleinen blonden Mädchen -natürlich weißer Hautfarbens- und zu anderen Artgenossen. Sie halten sich zumeist nur in ihrer „Kultur“gruppe auf und sind sehr gastfreundlich.
Die Buren halten zusammen! Sie machen alles gemeinsam und bewahren mit traditionellem Denken und konservativem Handeln ihre Kultur, die ums Überleben kämpft im ach-so-gefährlichen und von den Schwarzen mehr und mehr regiertem Südafrika. Die Afrikaaner sind quasi vor dem Aussterben bedroht und dagegen müssen sie angehen. Sie sind überall im südlichen Afrika verteilt, wo sie Geschäfte und Anwesen besitzen. Sie wollen sich anscheinend überall verbreiten und vermehren. Natürlich nur im eigenen Kulturkreis. Deshalb gibt es auch selten Singles. Mädchen haben fast immer einen (Bure)-Freund an der Seite. Alleine durch das gefährliche Afrika reisen, daran würden sie gar nicht erst denken!
Buren sind auch heute noch häufig Bauern und leben zumeist im Landesinneren Südafrikas. Sie haben einen ganz bestimmten Look, die Männer eher dicklich und oft blond, mit einem speckigen Bauerngesicht und großer Nase. Die Frauen in Plastik-Miniröckchen, mit blondierten Haaren (mit dunklem Ansatz), pinkem Lippenstift und blauem Lidschatten…

(Okay, manchmal hab ich etwas übertrieben. Aber es ist an allem was Wahres dran…)

Thea mit vielen Shots und Buren...

Thea mit vielen Shots und Buren...

All diese Vorurteile treffen auch hier in Inhassaro bei diesen Herrschaften wieder ins Schwarze. Und tun dies in den meisten Fällen. Ob in Südafrika, Mozambique oder Namibia, oder wo sie sich noch aufhalten.

Da sitzen wir also und lassen uns die Getränke bezahlen, während wir uns mit Buren unterhalten. Für diesen Abend ist es in Ordnung, ist es doch extrem unterhaltsam. Wir gehen später sogar echt zu ihnen an die Bar. Da in Inhassaro sonst nichts los ist, lassen wir uns einfach darauf ein. Für diesen Abend zumindest, ganz im Sinne des Unterhaltungszwecks und der Gesprächsstofffindung.

Vilankulos Part 2

Juli 17, 2010

Weil es uns so gut gefällt und ich tauchen gehen will, bleiben wir etwas länger in Vilankulos. Und da Bine und ich krank werden, sogar noch länger. Für mich fällt leider das sehnsüchtig erwartete Tauchen flach, weil da nix mit Erkältung ran zu rütteln is!

Wir lernen schnell im Hostel alle Leute kennen, mit denen wir viele Tage zusammen verbringen. Eine richtige Gruppengemeinschaft bildet sich in den 6 Tagen. Schön, aber auch genug am Ende.
Wir gehen mal allein, mal mit allen Seafood essen (auch bei Mohammed gegenüber), Fischer beobachten und bewundern die schönen Frauen, die den Fang mit großen Eimern abholen und auf dem Kopf abtransportieren. Wir lesen und schlafen viel (auch wegen Erkältung) und wir machen mit dem gesamten Hostel eine Bootstour auf eine der schönen Inseln in der Umgebung. ….
Die eigentlich als Schnorcheltrip angeworbene Tour ist trotz enttäuschendem Schnorcheln und nerviger australischer Sabbelstrippe Norman ein Spaß. Wir erobern große Sanddünen, von denen aus man einen großartigen Blick hat auf das türkis-blaue Meer, das sich wegen der Ebbe schöne Muster mit dem hellen Sandstrand liefert. Wir bekommen ein exzellentes Lunch am Strand und fahren stundenlang zu zwanzigst zusammengefercht auf einem alten Bötchen über das schöne Meer.

Nach 6 Tagen reicht uns aber das inzwischen fast schon zu eng gewordene Verhältnis zu den ganzen Hostelleuten, die Lästereien und vor allem die ganzen komischen Leute von den Boots-Tour-Unternehmen, die uns mit ihrem hetzerischen Konkurrenzkampf tierisch auf die Nerven gehen. Wir verlassen das sinkende Boot und machen uns auf in den nächsten Ort, Inhassaro, der eher ruhig sein soll – und der auch der letzte an der Küste Mozambiques ist, bevor es ins Landesinnere und nach Zimbabwe geht…

Vilankulos

Juli 15, 2010

Gespannt sind wir auf die Straße. Ob sie wohl noch schlimmer wird als die Strecke auf der „Autobahn“ von Xai-Xai nach Tofo? Dann kommen wir nämlich nicht weit. Sind wir da nur mit Glück und Geschick durchgekommen, darf die Straße einfach nicht schlechter werden…

Die Strecke ist aber in Ordnung, wie wir feststellen. Auch wenn die Sandstraße wegen fehlenden Regens nicht eine matschige Rutschbahn, sondern eine Staubpiste ist. Und wäre auf der einspurigen sandigen Piste nicht der LKW für Ewigkeiten direkt vor uns, der uns keinen Durchblick durch die Staubwolken erlässt, würde die Reise auch nur ungefähr die Hälfte der Zeit dauern. Doch wir kommen sogar am Nachmittag in Vilankulos an. Noch nicht ganz einig, in welches Hostel wir wollen, entscheiden wir uns für das am Meer. Doch dahin führt leider nur ein schmaler Sandweg mit Schlaglöchern. Wir schlittern diesen langsam aber sicher entlang. 3 km. Und da: Das Hostel! Wunderschön gelegen, auf weißem Sandstrand mit Palmen, direkt am türkisfarbenen Meer! Ein T-R-A-U-M!

Ein paar Jungs spielen Fußball, andere sitzen vor ihrem Zelt mit nem Bierchen. Da wir campen wollen, halten wir Ausschau nach einem geeigneten Platz zum Zelt aufschlagen. Ich steige aus und strecke mich nach der langen Fahrt. Und da kommen auch schon die neugierigen Jungs an und gucken komisch. Ob sie ein Problem hätten, fragt Thea. Doch das Problem haben wir: Komische dumpfe und brodelnde Geräusche kommen plötzlich aus unserer Motorhaube… Das Kühlwasser kocht!
Wir fragen die Jungs, mal einen Blick in die Motorhaube zu werfen. Ich erkundige mich nach der Toilette und verschwinde kurz. Als ich wieder komme, lachen die Mädels. „Hannah, das ist gar nicht das Hostel! Wir sind auf einem Privatgelände gelandet…!“ Peinlich. Und wir haben uns ganz dreist einfach dazugesellt… Aber ein guter Schicksalsschlag. Da wir nicht weiterfahren können weil sich der Motor erstmal abkühlen muss, setzen wir uns zu der Gruppe Jungs, die sehr gastfreundlich sind und uns Bier und Cola anbieten. Wir kommen ins Gespräch und finden heraus, dass das Grundstück dem Papa des einen Afrikaaners gehört. Seine Freunde, alles Buren (Afrikaaner) und er fahren ein mal im Jahr zum Urlaub machen hierher. Der Mozambiquaner Inashne lebt in einer kleinen Hütte auf dem Grundstück und passt darauf auf. Die Kinder aus dem Dorf kommen zum spielen hierher. Sie starren uns die ganze Zeit an. Die Jungs machen den Grill an und bieten uns Fleisch an. Thea genießt dieses. Bine und ich bekommen eine selbstgepflückte Kokosnuss, die das eine Kind von der Palme kurz zuvor geholt hatte. Er ist einfach so den Stamm hochgeklettert. Unglaublich.

Nach einiger Zeit bieten uns die Jungs an, in ihrem Zelt zu schlafen. Da sie am Abend abreisen und das Zelt aufgebaut ließen, könnten wir es nutzen, solange wir wollten. Ein sagenhaftes Angebot, das wir aber nur für eine Nacht in Anspruch nehmen, da wir uns schon etwas aufs Hostel und Menschen gefreut hatten. Zeit zu dritt würden wir noch oft genug in Zukunft verbringen…

Wir sehen uns das Fußballspiel in einer Bar an, wo wir zufällig die Amerikanerin Michelle treffen, die wir von der UCT kennen. Sie zieht, genau wie wir, am nächsten Tag in das Babao Hostel am Strand. Dieses finden wir letztendlich mit Hilfe von Inashne. Wir sind den Tag zuvor einfach dran vorbei gefahren…

Das Hostel ist sehr schön gelegen und hat wirklich freundliches Personal. Überhaupt gefällt es uns viel besser hier in Vilankulos als in Tofo. Nicht annähernd so touristisch, eher ursprünglich und voll von Locals. Wenn man zur Innenstadt läuft, geht man kleine Sandwege entlang, vorbei an den Wohnstätten der Mozambiquaner. Kleine Strohhütten liegen zusammen einen Hof bildend unter Palmen im Sand. Überall sind kleine Stände am Rand, wo man Cola, Mandarinen, Brötchen und Süßigkeiten kaufen kann. Kinder spielen mit Gummireifen und aus Draht selbstgebastelten Schiebe-Autos.

In der Stadt befinden sich größere Märkte, auf denen man kaum Touristen findet. Alte teilweise heruntergekommene Gebäude umzäunen die Straßen, es wimmelt vor Menschen, die bunt gekleidet mit all möglichen Dingen herumlaufen, am Straßenrand Schach spielen oder an kleinen Bars stehen und sich unterhalten. Es ist ein wahres Durcheinander, aber ich liebe es. Die Leute lächeln einem freudig zu, freuen sich, wenn man von ihrem Stand etwas kauft und nahezu jeder möchte fotografiert werden, sobald er/sie meine Kamera sieht. Die Menschen sind sehr freundlich und alles ist so bunt. Ich bekomme mich kaum noch ein vom Fotografieren. Wo man her sei, fragen viele. Sie wirken sehr interessiert und finden alle Deutschland ganz toll. An einer Bar treffe ich einen Mozambiquaner, der etwas deutsch kann, da er 4 Jahre in der DDR gearbeitet hatte. Und – zack – kommt man ins Gespräch. Auch gleich mit weiteren anderen. Wie die Einheimischen den Tourismus und die Touristen sehen, frage ich. Die meisten positiv. Sie bringen ja das Geld, das Mozambique dringend braucht. Andere sehen es natürlich nicht gern, wenn der reiche Weiße umherläuft, die Taschen gefüllt mit Geld und dicken Kameras. Ich erfahre, wie die Leute sich auf den Inseln vor dem Krieg gerettet haben und wo es in Mozambique am schönsten ist. Ich mag diese Stadt. Hier lässt es sich aushalten!

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There is always a way!

Juli 11, 2010

„Was?? Ihr seid den ganzen Weg von Cape Town hier hoch gefahren? Mit DEM Auto???“ – Diese Frage haben wir nun schon des Öfteren gehört. „Ich bin beeindruckt!“
Wir grinsen stolz und verdrängen gleichzeitig, was wir unserem kleinen Auto angetan haben. Viele hundert Kilometer musste er uns durch Matsch, Schlaglöcher, über Steine und Sand tragen. Vorbei an fast nur 4x4s, deren Fahrer uns zumeist staunend hinterher schauen. Doch er hat es geschafft! Auch wenn das Kühlwasser schon zum Kochen gebracht wurde und wir so oft dieses schreckliche Geräusch hörten, wenn der Boden des Autos auf dem Grund aufschlägt – he is alive!! Und wird uns hoffentlich auch noch die restlichen Kilometer durch Afrika tragen.

Schon in Kapstadt und auf dem Weg haben wir uns alle den Vogel gezeigt, als sie von unseren Plänen hörten. „Nach Mozambique mit dem Auto? Ihr seid doch verrückt!“ Doch nun sind wir hier. Und bereuen nichts.

Manchmal fragen wir uns, ob wir vielleicht wirklich zu naiv sind. Drei Mädels mit einem alten kleinen Ford Laser, Jahrgang 1996, vollbepackt, in, bzw. durch middle of Afrika. In Mozambique nicht mal die Sprache verstehend. Und wenn man sich umschaut sieht man fast nur noch 4x4s, nicht wirklich ‚normale’ Autos. Wie die Straße nach Zimbabwe sein wird wissen wir noch nicht. Und ob wir diese überhaupt fahren können. Wir hören die unterschiedlichsten Sachen. Wie wir schon die ganze Zeit die unterschiedlichsten Sachen von verschiedenen Leuten hören. Aber wir folgen einfach, wie schon in so vielen Situationen, unserer Reise-Philosophie: „There is always a way!“

Mozambique.

Juli 11, 2010

Die Landschaft rund um Tofo besteht zumeist aus Palmen und zieht sich weiter Richtung Norden. Zwischendurch findet man kleine runde Strohhütten auf, in denen die Locals wohnen. Am Straßenrand befinden sich viele kleine Hütten, aus Stroh oder Lehm, und viele Stände, an denen man Mandarinen, Zigaretten, traditionelle Piri-Piri-Soße und vieles mehr kaufen kann. Auch hier halten sich wieder viele Menschen an dem Straßenrand auf. Wir sind fasziniert von den Frauen, die alles Mögliche auf ihren Köpfen transportieren. Mit ihren bunten Gewändern, schönen Gesichtern, voll beladen samt Baby auf den Rücken gewickelt laufen sie die Straßen entlang. Es scheint, als würden sie die ganze Arbeit machen, transportieren und schleppen die schwersten Säcke und Körbe, während die Männer kaum etwas tun, zumeist mit ihren Kumpels zusammensitzen und trinken oder Schach spielen. Die afrikanische Rollenverteilung anscheinend…

Strand+Sonne+Schnorcheln+Surfen=Tofo

Juli 10, 2010

In Tofo landen wir in einem netten und belebten Hostel direkt am Meer. Zivilisation! Menschen! Traveller! Viele Traveller! Nach zwei einsamen Tagen in Xai-Xai freuen wir uns richtig auf Touristen. Und natürlich treffen wir auf einige bekannte Gesichter, ob aus Südafrika oder Swaziland – der Fluch des Rucksackreisenden: Man trifft echt immer wieder auf die gleichen Gesichter. Mal ist das positiv, mal negativ…

Die nächsten Tage verbringen wir zumeist am Strand. Ich gehe surfen, Thea tauschen und zusammen machen wir einen Schnorcheltrip (zu einem Special-Preis, nachdem ich etwas mit den Wimpern geklimpert hab…). Auf der Tour sehen wir riesige Whale-Sharks. Amazing! Den ersten sehe nur ich, da ich auf der anderen Seite vom Boot ins Wasser gesprungen bin als die anderen. Der Whale-Shark kommt direkt auf mich zu, mit seinem riesigen breiten Maul und schwimmt langsam an mir vorbei. Ein anderer, den wir alle sehen, ist um die 7 Meter groß. Gigantisch! Und dann mein Wunsch: Delfine! Leider verschwinden sie, als wir ins Wasser springen. Ich sehe noch einen kurz unter Wasser, aber dann sind sie so schnell wie sie aufgetaucht waren auch schon wieder verschwunden… Und ich wollte soo gern mit Delfinen schwimmen! Aber man kann ja nicht alles haben.

Wir essen viel und günstiges Seafood. Einen Abend machen wir sogar frischen Fisch am Strand – in Palmenblättern unter dem Feuer! Köstlich.

Wir gehen feiern, gucken Fußball, sehen Deutschland gegen Spanien verlieren. Einen Nachmittag schlendern wir durch das charmante Imhanbane, das eine witzige Atmosphäre hat mit dem afrikanischen Leben auf den Straßen und den zum Teil europäischen alten Gebäuden. Es wirkt, als wäre die Zeit in den 80er Jahren stehen geblieben. So findet man alte eingestaubte und ausgeblichene Produkte in den Schaufenstern, die sich dort schon seit Jahrzehnten zu befinden scheinen. Kommunistische Anzüge, Retro-Waschmittel, Blusen mit Schulterpolstern. Herrlich!

Im Hostel haben wir uns etwas aufgeteilt, jeder geht seinen Vorlieben nach, was das schlafen angeht: Ich schlafe im Auto, Thea im Dorm und Bine im Zelt.  Wir bleiben ganze 6 Nächte, was eher selten vorkommt.

Nach 5 entspannenden Tagen reicht uns die zwar schöne Location Tofo zum Entspannen und Feiern, mit seinem traumhaften Strand zum Sonnenbaden und Surfen und dem lebhaften Hostel. Doch ist der Ort im Prinzip nur für Touristen gemacht. Die einzige Einkaufsmöglichkeit ist hier der Markt, der sich auf Touristen spezialisiert hat. Wir mögen diesen überhaupt nicht. Die unfreundlichen Locals, alle geprägt und ver… durch die Touristen verkaufen hier überteuertes und schlechtes Obst und Getränke. Da es keinen Supermarkt gibt, ist man auf diese angewiesen, und das wissen sie. Und nutzen es aus. Andererseits tun sie mir auch leid, sind es doch die Touristen, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Sie dahin gebracht haben… Auch am Strand kommen andauernd Mozambiqueaner, oft Kinder, die einem was andrehen wollen.

Nein, es reicht mit dem Touri-Ort. Auch wenn das Hostel und der Strand wundervoll sind; Raus aus Tofo, auf nach Vilankulos!

Bilanz nach einigen Tagen Mozambique

Juli 4, 2010

Mozambique ist fast wie ich es mir vorgestellt habe, bzw. scheinen sich die meisten Sachen die ich über das Land gehört hab zu bestätigen.

Da ist die Hauptstadt Maputo, so dynamisch und lebendig, so schmuddelig und schön zugleich, mit ihren belebten Straßen, verschiedensten Gebäuden, großen Alleen und Straßennamen die nach den großen sozialistischen Helden benannt wurden.  Eine wirklich einmalige,  afrikanisch-portugiesische Atmosphäre, die diese Stadt so ausmacht.

Da sind die vielen Polizeikontrollen. Allein auf dem Weg von der Grenze nach Maputo, ca 100 km, sahen wir rund sechs Kontrollen. Glücklicherweise wurden wir noch nicht angehalten, da die Polizei hier sehr korrupt zu sein scheint und man nahezu immer Strafe zahlen muss, aus welchen Gründen auch immer. Wir haben uns aber bestens vorbereitet und werden alle Regeln und Vorschriften befolgen.

Da ist das unglaublich frische Seafood, das so günstig und unglaublich lecker ist und das ich jeden Tag essen möchte!

Da sind die teilweise kaum befahrbaren, unfassbar schlechten Straßen, die Richtung Norden angeblich noch schlimmer werden. In den meisten Fällen braucht man einen 4×4. Mit einem normalen PKW kommt man nicht weit. Wir sind gespannt, wie weit wir kommen und haben uns gegen den Norden Mozambiques entschieden. Da ist einfach kein durchkommen. Außerdem haben wir unseren kleinen Ford Laser schon genug gequält. Schlaglöcher, Matsch, Huckel, Steine – gerade so sind wir da durch gelangt. (Und so was nennt sich Highway…)

Da sind die Palmen, die langen Sandstrände, das blau-türkisene Meer. Eine wunderschöne Landschaft. So grün und exotisch.

Und dann sind da noch die vielen Menschen am Straßenrand. Sie laufen den Highway entlang, als wäre er eine Straße in der Stadt mit kurzen Wegen. War uns das in Südafrika und Swaziland bereits aufgefallen, sind es in Mozambique noch viel mehr Menschen. Wir haben schon einige 100 km hinter uns gelassen und es gab selten eine Stelle, wo man nicht auf Menschen am Rand der Straße trifft. Sie laufen die Straße entlang, bepackt mit Allerlei, sitzen am Rand und verkaufen Mandarinen, Nüsse, Öl oder stehen zusammen und unterhalten sich. Hier und da sieht man verstreut die kleinen runden Hüttchen aus strohähnlichem Material oder einen kleinen Hof, eingezingelt von Strohhütten oder kleineren Steinhäusern. Dann wieder kleine Ortschaften, wo sich noch mehr Menschen und Tiere versammeln. An der Straße scheint sich alles abzuspielen; Hier wird dem Tagesgeschäft nachgegangen, das zumeist aus dem Verkauf irgendwelcher Utensilien zu bestehen scheint. Gleiches gilt für Maputo, wo man so ziemlich alles auf der Straße kaufen kann. Sogar alkoholische Getränke bis spät nachts…

„Wunderschönes“ Xai-Xai – Mozambique im Regen

Juli 3, 2010

Auf dem Weg raus aus Maputo fahren wir durch das ‚wirkliche’ Mozambique. Sandige orangefarbene Straßen führen vorbei an untouristischen kleinen Dörfern, wo hunderte von Mozambiquanern herumwuseln. Die Landschaft ist fruchtbar grün und wir genießen die ganzen Eindrücke, die wir im Vorbeifahren erhaschen während wir im Auto Balkan-Musik hören und der Fahrtwind uns ins Gesicht bläst. Es ist warm hier! Auch nachts. Endlich! Herrlich. Sommer! Wir können es kaum erwarten, an den Strand zu kommen. Dieser befindet sich bei unserer nächsten Station: Xai-Xai. Hier gehen wir campen, Thea und Bine im Zelt, ich im Auto.

Neben dem schlichten Campingplatz mit einer Outdoor-Bar gibt lediglich nur noch ein Hotel und den Strand. Aber was wollen wir mehr, warme Sonne, faulenzen am Strand, Ruhe – ein Traum. Das ist unser Plan. Und auch der für Theas Geburtstag. Und die Bar hat sogar einen Fernseher, wo wir das Deutschlandspiel gucken können.
Doch das Geburtstagskind erwacht leider im Regen. Unser dekorierte Geburtstagstisch kann sie zwar kurz aufheitern, doch der anhaltende Regen lässt die Stimmung schnell wieder sinken. Da sitzen wir nun, auf einem Campingplatz, der wenigstens ein Haus mit Strohdach zum Schutz gegen den Regen hat. An einem wunderschönen Strand, der das Einzige Highlight in Xai-Xai ist. Wir verbringen den Tag, ähnlich wie an meinem Geburtstag, in der Bar und essen, trinken und lesen. Das Deutschland-Spiel schauen wir in dem Hotel, wo es wenigstens trocken ist. Doch die Leute sind komisch, die Bedienung unfreundlich und das Essen schlecht. Was für ein (Geburts)Tag! Zwei Geburtstage an den zwei schlimmsten Tagen seit dem Trip – eine unschöne Bilanz…

Am nächsten Tag verlassen wir im Regen das langweilige Xai-Xai und probieren diesen Aufenthalt aus dem Gedächtnis zu streichen. Aufgrund des Regens sind die Sandstraßen extrem matschig und so kämpfen wir uns durch den Sumpf. Wir schlittern nur so die Straße entlang mit 10km/h und haben Angst, stecken zu bleiben. Nach 7 Stunden erreichen wir endlich Tofo -  mit einem orangenen Auto..

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Erste Station in Mozambique: Maputo

Juli 2, 2010

In Südafrika auf die Grenzüberquerung vorbereitet, machen wir uns auf in das Abenteuer Mozambique. Wie schon erwartet geht es an der Grenze hektisch zu. Angehalten an dieser rennen viele Afrikaner auf uns zu, wollen uns Versicherungen, SIM-Karten und US-Dollar andrehen. Da wir eine Extra-Third-Party-Insurance für das Auto brauchen (unsere interessiert die Grenzbeamte nicht) gehen wir mit zwei Mitarbeitern mit. Diese organisieren auch für uns das Visum. Ein bisschen mulmig ist uns schon dabei zumute, da wir ihnen unsere Pässe und Papiere geben. Aber nach einer Stunde Rumgewusel und skeptischem Beobachten, ob sie auch ja alles an die Schalter geben, bekommen wir die Zulassung für unser drittes Land: Mozambique!

Auf dem Weg nach Maputo fahren wir an vielen Polizeikontrollen vorbei. Jedoch werden wir nicht angehalten. Die Polizisten sind mehr an den übertrieben überladenen Autos und Bussen interessiert. Es scheint als würden die Afrikaner ihren ganzen Haushalt mitnehmen. Bis hin zu einigen Metern häuft sich ihr Krempel auf den Dächern der Fahrzeuge. Was sie da noch alles transportieren weiß man nicht…

Wir haben jedenfalls so viele Geschichten über die korrupte Polizei gehört, dass wir jedes Mal die Luft anhalten, wenn wir Polizeikontrollen sehen. Und konnten bis jetzt immer durchatmen. Auch wenn wir eigentlich nichts zu befürchten haben – folgen wir doch all den Regeln – man weiß ja nie… Wir haben schon viele Leute getroffen, die viel Geld bei der Polizei gelassen haben. Die Polizei scheint immer etwas zu finden. Wir sind zumindest darauf vorbereitet und haben alle Vorschriften genauestens überprüft und bestimmte Utensilien extra für Mozambique besorgt.

In Maputo angekommen trinken wir einen Kaffee in der ‚Mao Tse-Tung Road’ in einem kleinen portugiesischem Cafe. Überhaupt ist es ein witziger Misch hier. Manchmal fühlt man sich echt wie in Portugal, mit den Galaos und portugiesischem Gebäck, den vielen Straßencafes und natürlich auch der Sprache. Dann gibt es wieder Ecken, die so sehr afrikanisch sind.

Wir fahren etwas durch die Stadt, die ‚Lenin Road’ entlang und die ‚Karl-Marx-Road’ kreuzend, und treffen uns schließlich mit unserem Couchsurfer Emanuel. Dieser wohnt in einem eher schickeren Viertel, wo wohl Gebäude vom Ministerium stehen, worauf die vielen mit Kalaschnikows ausgestatteten Security-Leute hinweisen. Und inmitten diesen schönen Viertels dann plötzlich ein kleines Ghetto. Heruntergekommene Häuser mit kleinen Wohnungen. Dreckig und dunkel. Wir wohnen in einem der Hochhäuser, was noch in Ordnung ist. Die Wohnung ist sogar richtig schön und sauber. Sie befindet sich im 8. Stock und wir haben Glück, dass der Liftmann noch nicht Feierabend gemacht hat, als wir mit unserem vielen Gepäck ankommen. Der Lift geht nämlich nur dann, wenn der Liftmann arbeitet. Und das ist wohl nicht so häufig und auch nicht so regelmäßig…

Wir kommen in einem kleinen Zimmer bei Emanuel unter, der sehr nett und hilfsbereit ist am Anfang. Er macht uns Frühstück und führt uns herum. Durch ihn haben wir Ecken gesehen und Sachen gemacht, die wir allein nicht gesehen hätten. So fahren wir auch nachts mit verschiedensten öffentlichen ‚Verkehrsmitteln’ (Minibus und ein TukTuk-ähnliches Etwas), passieren kleine ‚Hütten’ von Locals, in denen die ganze Nacht alle möglichen Getränke verkauft werden und etwas Party ist und schauen in einer Bar mit vielen Locals das Portugal-Spanien-Spiel. Es herrscht eine super Stimmung. Fast besser als in Südafrika.

Doch am zweiten Tag geht Emanuel uns ziemlich auf die Nerven – ist er doch sehr anhänglich und anscheinend sehr einsam. Und als wir bemerken, dass er Couchsurfing nutzt, um nicht allein zu sein und neue Freunde zu finden, wollen wir in der letzten Nacht lieber in ein Hostel ziehen. Er will uns gar nicht gehen lassen und ist ganz traurig. Aber es geht echt nicht mehr. Er denkt, wir seien weitergereist…

So schlendern wir alleine weiter durch die Straßen Maputos, nun schon etwas vertraut mit der Stadt. Es herrscht nach wie vor eine angenehme Atmosphäre, ein wahres Gewusel auf und an den Straßen. Überall sitzen Leute in Cafes und trinken ihren Galao, sie unterhalten sich, oder sie sitzen an einem der Stände und verkaufen alles mögliche, was man sich nur erdenken kann. Es scheint, als würden Supermärkte nicht existieren. Man kauft so ziemlich alles auf den Straßen. Ob Sim-Karten, Obst, Süßis, Schuhe, Schmuck, etc.

Wir essen das heißersehnte frischeste und leckerste Seafood in lokalen Restaurants und lassen die Stadt und die Atmosphäre auf uns einwirken. Mir gefällt diese schmuddelige, aber doch irgendwie schöne Stadt. Und dann das Highlight: der Fisch Markt! Hier sucht man sich frischen Fisch, Calamari, Muscheln, Scampis usw. aus (kiloweise) und bringt es nebenan in eines der Restaurants. Diese bereiten dann das frische Seafood zu. Da wir es nicht wie geplant am letzten Abend zum Fisch Markt geschafft hatten, schlemmen wir dort am letzten Tag vormittags. Ein sehr großes und ausgiebiges Frühstück, das unschlagbar ist!


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